Tapetenwechsel gefällig?

Ich habe ein sehr anstrengendes Jahr hinter mir: Anfangs Februar hatte ich eine grössere Operation, kurz vorher öffnete sich in mir das Tor zu meinem letzten grossen Geheimnis, was mich ziemlich durcheinanderschüttelte. Die Jubiläumsveranstaltungen meines Arbeitgebers, die Arbeiten im Zusammenhang mit einem Systemwechsel und die Vorbereitungen für eine Gala waren die beruflichen Schwerpunkte und schliesslich musste/wollte/durfte ich noch meine Masterarbeit bis am 15. Dezember 2014 abgeben. Danach war ich schlicht erschöpft!

Ich wusste, ich brauche einen Tapetenwechsel! Warum nicht nach Cannes? Wieder einmal das Meer sehen, riechen und hören!

Übers Wochenende hatte es in meiner Wohngegend begonnen zu schneien und die Temperaturen fielen deutlich in die Minusgrade. Nach der längeren Schneebefreiungsaktion konnte ich mich ins Auto setzen und fuhr los. Höhe Härkingen begann es zu schneien, die Scheibenwischer waren unterdessen auch aufgetaut, aber sie versagten genau über meinem Blickfeld ihren Dienst. Unangenehm, wenn einem noch 620 km bevorstehen. Bei der Raststätte Gunzgen versuche ich herauszufinden, wo die nächste Audi-Garage zu finden ist und fahre Richtung Emmen (ich muss eh durch den Gotthard). Der Empfang ist kühl, abschätzig werde ich zur Express-Serviceabteilung dirigiert. Dort schildere ich mein Anliegen von wegen langer Reise und Sicherheit und überhaupt das Scheibenwischwasser ist auch noch gerade ausgegangen. Mir wird höflich ein Stuhl angeboten und wenige Minuten später steht der sehr hilfsbereite Mitarbeiter wieder vor mir: „Also wir werden diese Scheibenwischer nicht auswechseln.“ Leicht verdutzt. aber auch etwas schmunzelnd nehme ich diese Information entgegen. Da ist einer, der wie ich kommuniziert, ich weiss, dass da noch was folgt. „Die Blätter sind noch völlig intakt, es hatte sich ein Salzwasserfilm auf der Frontscheibe gelegt.“ Er zeigt mir ein frisch gewaschenes Auto und ich freue mich für mein tolles Gefährt und tatsächlich, die Scheibe ist sauber. Ich bin dankbar, dass ich sicher weiterfahren kann und frage, was das denn kostet. Bescheidene CHF 8.50 werden mir in Rechnung gestellt, die Reinigung wird mir geschenkt. Ich habe zwar eine gute halbe Stunde Zeit „verloren“, bin nun aber wieder voll verkehrstauglich.

Gotthard 20141230

Nach dem Loppertunnel beginnt es zu schneien, und wie! Die Strasse ist wieder weiss, die Fahrer üben sich in Zurückhaltung und meine Scheibenwischer haben viel Arbeit. Ungefähr fünf Kilometer vor dem Gotthard wird es noch hässlicher, ich hoffe, im Tessin freundlichere Verhältnisse vorzufinden. Die Feiertage, vielleicht auch der Schneefall, ich weiss nicht warum, aber ich bin dankbar, dass die Strassen nicht verstopft sind und der Verkehr flüssig rollt. Die 17 km durch den Gotthard sind mir Erholung nach den anstrengenden Kilometern mit heftigem Schneefall. Ich hoffe auf Sonnenschein in Airolo und werde enttäuscht. Es liegt sogar Schnee im Tessin! Macht nichts, ich fahre weiter gen Süden. Nach Bellinzona zeigen sich die ersten blauen Himmelsfetzen.

Der Grenzübergang nach Italien: Gelangweilt stehen zwei Carabinieri am Kontrollposten, unterhalten sich und picken ihre Arbeit wahllos aus der langen Schlange. Der Fiat vor mir gehört dazu. Ein längeres Gespräch, die Beifahrerin sucht plötzlich hektisch nach ihrer Handtasche, reicht einem der beiden Polizisten ein Papier, worauf dieser das Auto dann gnädigst durchwinkt. Mir wird ein unmotiviertes „Prego“ gegönnt und ich fahre weiter und weiss, dass ich in Italien bin: Die „Autobahn“ ist voller Löcher, die Fahrbahnen fast nicht gekennzeichnet und als ich das erste Mal durch einen Tunnel fahre, kriege ich fast etwas Angst. Rechts und links ragen martialisch anmutende Stahlkonstruktionen aus den Wänden, sie sehen so ähnlich aus wie eine Doppelaxt und ich denke mir, dass es für die Autofahrer angenehmere Möglichkeiten gäbe, sie auf Abstand zu halten. Ein knappes Dutzend Tunnel später begreife ich, dass das eigentlich Rückstrahler, ähnlich wie bei den Fahrrädern wären, sehr wahrscheinlich sind sie im letzten Jahrhundert zum letzten Mal geputzt worden, deshalb nützen sie nichts mehr.

Nach Milano strahlender Sonnenschein, vor Genua plötzlich erscheint in der Ferne das Meer – bei strahlendem Sonnenschein. Ich bin glücklich! Von nun an ist die Fahrt ein pures Vergnügen: Rassige Kurven, immer wieder überraschende Ausblicke, einmal auf 1100 MüM, ein andermal bis auf 20 Meter nahe dem Meeresspiegel; und überall riesige Blumenhäuser, ja es ist das Valle di Fiori. Ich weiss, dass ich in Monaco bin, als die Radiomusik, der Sprecher mich in den zwei Tunneln nicht verlässt, ein seit der Schweiz vermisster Luxus.

Beim Grenzübertritt nach Frankreich ein Stau Gotthard‘scher Ausmasse: Für zwei Kilometer brauche ich satte 54 Minuten. Gut schaue ich, immer Verpflegung und Flüssiges im Auto zu haben. Linkerhand dann Nizza bei Nacht, riesig und irgendwie unsympathisch. Ich bin froh, habe ich mich für Cannes entschieden und werde bei der Einfahrt bestätigt. Der Verkehr ist tolerant, den Ausländerinnen lässt man sowieso den Vortritt und wieder einmal bin ich glücklich, so ein zuverlässiges Navi zu haben. Zielsicher bringt es mich fast vor die Haustür und „per Zufall“ wird auch noch grad ein Parkplatz frei.

Ich bin – wenn ich es mal mit Bern vergleiche – in der Marktgasse, mitten im Zentrum, im Troubel. Die Häuser sind dunkel, die 25 macht keinen einladenden Eindruck. Aber mutig tippe ich die erforderlichen Zugangscodes ein und betrete nach vier Türen endlich das gebuchte Zimmer. Wow, modern, farbig, dunkel und für Schweizer Verhältnisse eher schmutzig. Aber was soll’s, das Bett ist gross und sieht bequem aus. Doch kalt ist es hier!!! Zentralheizung ist in Cannes unbekannt… aber es ist spät und ich bin müde, also ziehe ich mir zwei Pijamas, Socken und eine Strickjacke an, umhülle mich mit einer Fleecedecke und lege mich schlafen. Die Züge, die nur wenige Meter von mir entfernt vorbeirauschen, stören mich nicht….

2014 geht zu Ende… Wie schon geschrieben, es war ein anstrengendes Jahr, brachte mir aber auch eine der grössten und besten Überraschungen meines Lebens: Einen Mann! So ähnlich und doch so verschieden sind wir zwei; noch nie aber durfte ich solche Hingabe und Ernsthaftigkeit mir gegenüber von einem Mann erfahren. Und er redet nicht nur davon, er tut es dann jeweils auch… Was für ein Geschenk! Was für ein Mann!
Ich bin gespannt, was 2015 bringen wird. Gespannt, wie es mit diesem aussergewöhnlichen Mann weitergeht, wie sich unsere Beziehung entwickeln wird, gespannt, was sich beruflich entwickeln wird und gespannt, ob meine Fellfamilie Zuwachs erhält. Eines ist allerdings jetzt schon sicher: Ich werde wieder mehr Zeit haben, um meiner Seilleidenschaft zu frönen und ich werde dies auch tun!

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Mein erstes Mal

Georgia O'Keeffe - Grey Lines with Black, Blue and Yellow

Georgia O’Keeffe – Grey Lines with Black, Blue and Yellow

Im Juli, als ich vom KUK nach Hause fuhr, da wurde er mir wieder präsent: Mein erster unschuldiger Besuch einer BDSM Party. Die Fahrt dauerte und erlaubte meinen Gedanken in jene Sommertage des Jahres 1994 zurückzuwandern.

„Du, ich habe mit der Condomeria einen Stand in Roggwil, mag aber nicht alleine gehen. Willst Du nicht mitkommen?“ Anfangs der 90er Jahre wurde in der Schweiz der Zugang zu Kondomen vereinfacht; es war nicht mehr notwendig, eine Drogerie, Apotheke oder einen Sexshop aufzusuchen, um die „Verhüterlis“ zu kaufen. Junge Unternehmer/innen gründeten daraufhin in Zürich eine Firma, deren Hauptzweck der Verkauf von Verhütungsmitteln (als Aidsprävention) war. Die Condomeria war der erste Laden in der Schweiz, in dem man Dental Dams Plastik“tücher“ zum Schutz vor Aids für oral verkehrende Damen und Damen kaufen konnte. Meine Freundin Gret war die erste Geschäftsführerin der Filiale in Bern und sie war es, die mich gefragt hatte, ob ich ihr bei dieser Veranstaltung helfen würde. Ich überlegte nicht lange und sagte zu.

Die Kleiderfrage war nicht so schnell beantwortet. Was um Himmels willen zieht man als Stino für eine BDSM Party an? Roggwil, eine kleine Gemeinde im Berner Mittelland (damals ca. 2‘400 Einwohner) eher dem bäuerlichen als dem städtischen zugetan, war eh ein etwas aussergewöhnlicher Ort für so eine aussergewöhnliche Veranstaltung. Gret und ich hielten Rat. Zu jener Zeit sass ich noch regelmässig auf dem Pferd und bestritt sehr selten Turniere, hatte also die entsprechende Kleidung: Schwarze Reitstiefel, weisse Reithosen, einen schwarzen, samtenen Blazer und die obligate weisse Bluse, die kurze Springgerte vervollständigte mein Tenue. Leider mag ich mich nicht mehr erinnern, was Gret getragen hat.

Am Samstag nachmittag luden wir einen Teil des Sortimentes in mein Auto und fuhren gegen Roggwil. Der Stand war rasch aufgestellt und so gönnten wir uns vor dem Ansturm noch eine kühle Erfrischung im Garten eines naheliegenden Restaurants. Kurz nach uns setzte sich eine fröhliche Truppe junger Menschen an den Nebentisch. Sie parlierten in Hochdeutsch und Gret und ich unterhielten uns in breitestem Hochdeutsch darüber, ob die wohl dann am Abend auch an die Party kämen. Ich blieb diesbezüglich skeptisch, diese Leute lachten mir für so einen Anlass eindeutig zu viel!

So langsam hiess es, den Stand zu öffnen, das bedeutete für mich einen Kleiderwechsel und der Eintritt durch den Haupteingang. Durch eine üppige, wollüstige und überdimensionierte Vulva wurde die ehemalige Spinnerei betreten. Neu gewandet tat ich das, was alle anderen zu Beginn der Party auch taten: Ich schaute mir die Verkaufsstände an. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, weiss aber noch gut, dass dort auch Möbel angeboten wurden. So gegen 22.00 Uhr fiel auch mir auf, dass die Veranstaltung langsam Party-Charakter annahm. Ich beobachtete einige Leute beim Tanzen, liess meinen Blick durch die riesige Halle schweifen und blieb hängen: Ein sehr unscheinbarer Mann in den Vierzigern sperrte gerate eine graues Lack gekleidete sehr hübsche Frau in einen Käfig ein und liess diesen auf ca. anderthalb Metern Höhe über dem Boden schweben. Plötzlich hatte dieser Mann eine Art Fernbedienung wie für Modellflugzeuge in den Händen und betrachtete völlig verzückt seine „Beute“ im Käfig. Je nachdem wie er an einem Knopf drehte, bewegte, stöhnte oder schrie die Frau in ihrem schwebenden Gefängnis. Ich war hin und her gerissen: Zum einen diese wunderschöne Frau in ihrem faszinierenden Outfit, zum anderen ein unauffälliger Mann, der ihr offensichtlich Schmerz und Vergnügen bereitete… Ich entfernte mich unauffällig.

Gegen Mitternacht wurde der Höhepunkt auf der grossen Bühne dargeboten: Eine junge Frau wurde nackt ans Andreas Kreuz gefesselt und mit einer langen Peitsche intensiv und ausdauernd ausgepeitscht. Ich staunte nicht schlecht, als ich die „Darsteller“ erkannte; es handelte sich um die fidele Truppe, die wir am Nachmittag im Restaurant getroffen hatten. Dieses Erlebnis hat mir zu denken gegeben!

Gret musste mit dem Stand bis zum Ende der Party bleiben und so gesellte ich mich gegen 2 Uhr in der Früh zur freiwilligen Feuerwehr. Die Veranstaltung hatte im Vorfeld einige Diskussionen bei der Dorfbevölkerung ausgelöst, doch Sicherheit ging vor und deshalb waren die wackeren Feuerwehrmänner vor Ort. Sie staunten wie ich über das eine oder andere, hielten sich aber mit ihren Urteilen, dem schweizerischen Neutralitätsgedanken folgend, sehr zurück. Als dann zu noch späterer Stunde die Landfrauen-Truppe äusserst gastfreundlich mit Kuchen und Kaffee auftauchte, da erschien mir der ganze Abend dann doch etwas bizarr!

Viele Jahre waren diese Bilder nicht vor meinem inneren Auge erschienen; dass sie sich auf der Heimfahrt Richtung Schweiz nach einer Woche im Landhaus des Kunst- und Kulturfördervereins basisdemokratischer Sadomasochisten wieder einmal zeigten, erscheint mir sehr passend und hat mich gefreut.

Deutsch ist eine Fremdsprache – für mich…

Hier in unserer lustigen Tüdelrunde im KUK bin ich ja die vom südlichsten Ort hergereiste. Als Schweizerin falle ich manchmal etwas auf, so zum Beispiel wenn ich beim Wenden des Backbleches von „kehren“ rede und sich die in der Küche Anwesenden schon Gedanken machen, was ich denn nun fegen will. Fegen und wischen – auch so eine nette Sprachgeschichte… Wenn ich bei mir zu Hause fege, dann ist das „feucht aufnehmen“, hier heisst das nichts anderes als mit dem Besen „zusammenkehren“.

Gestern habe ich versucht, etwas schweizerisches Kulturgut in den hohen Norden zu bringen. Nach dem Genuss eines (!) Weizenbieres ist mir das nicht ganz fehlerfrei-flüssig über die Lippen gekommen… deshalb hier Anschauungsmaterial von Youtube:

Hemmungen? Ein Fremdwort im KUK

Mittwoch! Man kennt sich langsam… hat seinen eigenen Rhythmus gefunden… Deutschland hat gestern Brasilien mit 7:1 deklassiert … mit anderen Worten: Man ist entspannt!

Bereits am Nachmittag fallen die Hüllen für individuelle, verrückte oder verträumte Fotoshootings: Da wird die fast nackte, nur mit Ledermannschetten bekleidete Dame schon mal im strömenden Regen in den Garten gescheucht; die Person, die davon Fotos macht selbstverständlich unter dem Regenschirm im Trockenen. Oder im grossen Saal spielen die Einen auf der Bühne, die Anderen vergnügen sich vor den Gefängniszellen, mittendrin drei Personen beim intensiven Üben einer neuen Fesselung.

Aber nicht nur diese Hemmungen fallen: Der Bautrupp – mittlerweile um einen weiteren Fachmann angewachsen – kümmert sich auf dem Dachboden hingebungsvoll darum, die vertikalen Balken infrastrukturell zu sicheren Fesselplätzen auszubauen. Überhaupt: So langsam könnte man den Eindruck gewinnen, dass sich die Sound of Seilence zu einer zweiten Bauwoche mausert! Was haben die beiden kongenialen Tüftler (z.T. mit Hilfe weiterer Teilnehmer) nicht schon alles erledigt!

  • Die Zufahrt wurde pflichtschuldigst gerodet.
  • Mindestens die Hälfte aller Brennnesseln, die höher als 1.6 m sind, wurden niedergemäht.
  • Das Brunnendach wurde repariert.
  • Die Regenrinnen (!) auf dem Dach des Storchennestes erlauben seit neuestem auch wieder den natürlichen Wasserabfluss.

Eine ereignisreiche Woche! Gut haben sich die Störche unterdessen an uns gewöhnt…

 

Monty Python im KUK

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Alle sind mittlerweile angekommen und so haben wir elf heute morgen zum ersten Mal miteinander gefrühstückt. Der lange kreative Geist fragt in der gemeinsamen Runde seine Herzallerliebst, sie hätte doch noch ein Wochenprojekt im Hinterkopf. „Na ja“, meinte dies, „so ein Spinnennetz auf dem Speicherboden, das wäre nicht schlecht.“ – „Ach, da haben wir wieder eine ganze Woche dran“, erwidert ihr Ehegatte daraufhin mit leichtem Stöhnen.

Anfangs nachmittag, wir sitzen draussen, stürzt der kleine Kreative Geist raus: „Melde Vollzug der Wochenaufgabe!“ Grosses Gelächter, weniger Minuten später bestätigt der Hoffotograf dies und zeigt die Bilder, die er während des Aufbaus des Netzes gemacht hat. Und dann beginnt ein Schauspiel der sehr amüsanten Art, ganz in der Tradition von Monty Python: Die Damenwelt fragt, wie es denn nun weitergehe. die Männer antworten, dass sie sich erst mit einer Kleinigkeit stärken würden, dass es danach aber gleich ans Fesseln ginge.

Wenig später sieht man lauter kauende Männer, die Damen sozusagen auf dem Sprung, wann es denn nun tatsächlich weiterginge. Aber der Männerspielplatz hat noch sooooo viel zu biete: Da war zum Beispiel noch die Renovation des Brunnendaches. Doch bevor man dort überhaupt bauen kann, muss gerodet werden – und dies selbstverständlich mit der Motorsense. Der grosse Kreative nimmt diese Sache an die Hand und findet so sehr Gefallen daran, dass er wenig später sogar den Schutzhelm aus der Gartenlaube holt und hinter dem Storchennest gleich noch weiter rodet. Der kleine Kreative holt derweil zusammen mit dem Hoffotografen einen alten Gartenzaun. Gemeinsam wird diese grüne Scheusslichkeit in die Einzelteile zerlegt, nur um festzustellen, dass dieses Holz genauso morsch ist, wie das Holz, das das Brunnendach (noch) trägt.

Da die Männer nach der Stärkung anscheinend weiterspielen wollen und nicht ans tüdeln denken, begibt sich die Frau des Hoffotografen in die Küche und beginnt einen Rührkuchen herzurichten. Just in dem Oment, als sie das Backpulver beimengen will, komm einer der Tüdler und fragt: „Kannscht Du den Kuchen bitte jetzt mal Kuchen sein lassen, wir wollten jetzt beginnen.“ Nun denn, die Damen sputen sich mit umziehen, die Tüdler und Fotografen bereiten Fesselplatz und Belegungsplan des Spinnennetzes vor und bis die ganze Aktion vorbei ist (immerhin hängen drei Schönheiten in diesem Netz), dauert es keine 40 Minuten.

Ich bin ja gespannt, was die Woche noch so bringen wird 😉

Und die übrigens, die Bilder der drei Grazien sind klasse geworden!

 

 

 

KUK zum Zweiten

So ungefähr sieht's bei uns aus...

So ungefähr sieht’s bei uns aus…

Zugegeben, 894 km sind eine lange Strecke, um diesen speziellen Ferienort zu erreichen. Besonders, wenn man am Vorabend wenig geschlafen, aber intensiv gelebt hat.

Aber Freunde, diese Reise ist jeden einzelnen Kilometer wert!

Nach knappen neun Stunden Fahrt habe ich gestern das KUK in Sachsen-Anhalt erreicht und liebe Freunde nach einem Jahr wieder drücken dürfen. Es hat sich einiges (!) getan seit meinem letzten Besuch letzten August:  Die Wohnstube wurde mit Decke gestrichen, einige Zimmer weiter renoviert, das Treppenhaus mit Rigips verkleidet. Am augenfälligsten allerdings sind die Veränderungen im grossen Saal.

Wo letztes Jahr noch eine dunkle Bühne mit sinnfrei hingestelltem Stufenbarren Tristesse verbreitete, findet sich heute eine massive De-Luxe-Folterbühne mit variabel verstellbaren Fixiermöglichkeiten, einem sehr massiven Fesselpunkt in der Mitte der Raumes, zwei lichtlosen Verschlägen unter der Bühne und allerlei Spielmöbeln. Die sehr durchdachte Beleuchtung gibt dem ganzen noch die besondere Note.

Eine Bühne, die unsere kreativen Geister gedanklich bereits zu Höchstleistungen  getrieben hat. Deren Umsetzungen wird uns in dieser Woche sicherlich viel Spass machen!

Und noch eine Überraschung gibt es zu bestaunen: Nachdem letztes Jahr beim Kamin auf dem kleinen Hausdach einen ganz besonderes „Storch“ gefesselt wurde, ist dieses Jahr für uns Tabu. Wir wollen nämlich nicht stören! Ein Storchenpaar hat sich hier niedergelassen und zieht in unserer unmittelbaren Nachbarschaft seine zwei Jungvögel auf. Es ist beeindruckend, den An- oder Abflug so eines erwachsenen Storches zu beobachten.